Sunday, December 21, 2014

This is a man's world...


Ich wette eine kleine Geldsumme, dass Ihr den Titel meines heutigen Posts nicht einfach nur gelesen habt, nein, sondern sicherlich gleich mitgesungen.
    Die äußerst prominente Aneinanderreihung dieser Wörter entstammt dem doch eher chauvinistisch angehauchten Song "It's a Man's Man's Man's World" von James Brown. Ein Lied, welches nicht zuletzt aus dem Werbespot einer Kapselkaffeemaschine bekannt ist, die uns ein italienisches, süßes Geschmackserlebnis bescheren soll.
    Als überzeugte Feministin müsste mir der Song natürlich ein Dorn im Auge sein, da ich der Überzeugung bin, dass die Welt ganz gewiss nicht von Grund auf von Männern erschaffen wurde und überhaupt muss ich aber jedes Mal mitsingen, wenn er im Radio zu hören ist. Die ersten fünf Wörter gehen durch Mark und Bein - zudem besänftigt James Brown geringfügig mit dem Nachfolgenden "... but it would be nothing without a woman or a girl"An dieser Stelle sei gesagt, dass ich natürlich keine Männerhasserin bin, denn das wäre mehr als albern. Anstatt sich gegenseitig die Butter vom Brot zu nehmen, sollte man von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Gerade die UN-Rede von Emma Watson im September diesen Jahres fand ich in dieser Hinsicht wichtig und klug!
    Tatsächlich bewundere ich Männer oft für ihren Pragmatismus und ihre Hartnäckigkeit und versuche, was dies betrifft, zu lernen, um mehr für mich und meine Wünsche einzustehen. Darüber hinaus bin ich oft überhaupt kein Freund von Damenoberbekleidung (Das perfekte weiße T-Shirt in der Damenabteilung? Vergiss es!) und diversen Accessoires und halte mich gerne in den Männerabteilungen einschlägiger Modehäuser auf. Dem entstammt auch dieser Schal im Blockstreifengewand von Zara, den ich kürzlich bei Kleiderkreisel erstanden habe. Bereits vor zwei Jahren war es Liebe auf den ersten Blick, gekauft habe ich ihn jedoch nicht, weswegen ich umso erfreuter bin, ihn doch noch mein Eigen nennen zu können. Kombiniert habe ich das schmucke Teil bei diesem herbstlichen Wetter im Lagenlook zu Lederjacke und Daunenweste und möchte zum Abschluss noch sagen, dass ich mir zum vierten Advent weniger Hass und mehr Liebe wünsche und nichtsdestotrotz stolz bin, eine Frau zu sein.

P.S.: Man heißt im Englischen auch Mensch, aber da ich gerade keine Energie habe, um eine noch tiefgründigere Tür aufzustoßen, sage ich Tschüss und wünsche Euch einen schönen Abend!







What I Was Wearing

Scarf - Zara via Kleiderkreisel (similar)
Vest - Ernsting's Family (similar)
Leather Jacket - H&M (similar)
Cardigan and Blouse - Bought in a Boutique in New York City about Five Years ago
Pants - Zara TRF
Bag - Asos (similar)
Shoes - H&M (similar)
Bracelet* - The Meraki Company
Necklace - Bought at a Jewelry Market in Ortaköy/Istanbul

Sunday, December 14, 2014

Juanita Banana


Im Jahr 2006 beschlossen mein heutiger, aber noch nicht damaliger, Schatz und ich, uns irgendwann in der Zukunft T-Shirts mit einer Banane und den klangvollen Wörtern "Juanita Banana" bedrucken zu lassen. Anlass war unser Französischkurs, in dem wir en ce temps-là den Film "L'Auberge Espagnole" guckten, der das Erasmus-Semester des französischen Studenten Xavier in Barcelona erzählt. Viele Jahre, eine gemeinsame Wohnung und vor allem eine gemeinsame Erasmus-Erfahrung in Istanbul später, besitzen mein Canım und ich leider immer noch kein solches T-Shirt und das Konzept einer "Juanita Banana" habe ich bis jetzt auch noch nicht erklärt. Laut Xavier handelt es sich hierbei um ein Mädchen, das cool ist, Rock'n'Roll versprüht und sich selbst nicht allzu ernst nimmt.
    In Barcelona hat Xavier eine Affäre mit der verheirateten Französin Anne-Sophie, die mit ihrem Mann in die Stadt gekommen ist und nicht wirklich einen Zugang zur katalanischen Perle findet. Alles sei laut und schmutzig und ganz und gar nicht wie Paris. Xavier sagt deshalb zu ihr: "Vous ne faites pas trop juanita banana!". Sie soll endlich anfangen zu leben und akzeptieren, dass Barcelona nicht Paris ist und jede Stadt seine Vor- und Nachteile hat. Da ich jemand bin, der jedem Ort etwas Schönes abgewinnen kann und jede neue Erfahrung genieße und aufsauge wie ein Staubsauger, hat mich das Konzept einer "Juanita Banana" immer fasziniert. Nur das passende T-Shirt fehlte - bis jetzt! Vor Kurzem bekam ich Post von dem süßen Kater Likoli, der einen eigenen Online-Shop mit den besten, witzigsten und ironischsten T-Shirts betreibt und wie ich in Mannheim lebt. Er brachte in Windeseile ein perfekt sitzendes Bananen-Shirt von schöner und weicher Baumwollqualität, mit einem Print, der meine "Juanita Banana"-Vorstellungen um einiges übersteigt. Versehen mit dem Slogan 'Let's get naked!' möchte ich euch zum dritten Advent nahelegen, dass psychische Nacktheit oft gut tut, um über den Tellerrand hinaus zu gucken und neue Erfahrungen zu sammeln!






What I Was Wearing

T-Shirt* - Likoli
Parka - Ernsting's Family
Scarf - Tchibo (sale!)
Cardigan - Vila (Flea Market Find)
Pants - H&M
Bag - Vintage
Boots - Vintage
Earrings - Krisho

Tuesday, December 2, 2014

Happy Feet

Rüstem Pascha Moschee, Eminönü, Istanbul, 2013

Ich hätte diesen Post auch 'November Rain' nennen können, aber da ich mich gegen jeglichen Pessimismus zwecks Herbstwetter sträube und es sich ja auch sowieso nie ändern werden lässt, warum nicht die positiven (modischen) Aspekte herausstellen? Ugg Boots gehen zwar zwecks klimatisierendem Schafsfell theoretisch auch im Sommer, aber so richtig zur Hochform laufen sie eigentlich erst im Winter auf, bzw. ich bevorzuge sie ausschließlich zu dieser Jahreszeit. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich es zelebriere, seit Jahren - ein Ugg Boot Fan der ersten Stunde, obwohl ich ausschließlich Emus trage. Die sind irgendwie filigraner. Leider gehen diese Lammfellschühchen aber nicht so recht bei Regenwetter und da ich es Leid bin, meine Schuhe zu ruinieren, mussten passende Substitute her - Regenstiefel. Die habe ich in meinem selbstbestimmten Leben bisher noch nicht besessen. Ernsthaft! Fündig wurde ich bei Witt Weiden und passend zu meinen Emu Stinger Los in Charcoal Grey, habe ich mir auch diese Stiefel in grau bestellt. Für das nasskalte Wetter bin ich nun also bestens gerüstet!


Sheepskin Boots - Emu
Rain Boots - Witt Weiden

Thursday, November 27, 2014

Slow Fashion


Gibt es ein Kleidungsstück, das ich öfter auf dem Blog gezeigt habe, als meinen braunen Wollmantel von Bershka? Vermutlich nicht, jedoch feierte der silber-graue Schal von TK Maxx bisher ebenfalls zahlreiche Auftritte, von der Mini-Tasche ganz zu schweigen.
    So sehr ich unkonventionelle Styles und außergewöhnliche Looks liebe und fröne, so sehr brauche ich Spielgefährten, auf die ich mich zwar stets verlassen kann, die sich allerdings immer wieder neu interpretieren lassen und dabei so frisch und fröhlich daher kommen, als hätte man sie gerade erst gekauft.
    Mir ist schon oft aufgefallen, dass sich viele Blogger bei ihren Lesern dafür entschuldigen, schon wieder ein bestimmtes Paar Schuhe, einen bestimmten Pullover oder ein bestimmtes Kleid gezeigt zu haben. Warum? Eine Frage, die sich dabei stets aufdrängt. Warum sollte ich mich dafür entschuldigen, dass ich bereits zum x-ten Mal den braunen Wollmantel präsentiere? Camel ist doch immer noch schwer angesagt, oder? Sind Blogs nicht auch überhaupt dazu da, um zu inspirieren, das beste aus dem eigenen Kleiderschrank herauszuholen? Geliebte Stücke immer wieder neu und erfrischend anders zu kombinieren? Natürlich beschäftige ich mich als Modeblogger und vor allem Fashionfreak mit aktuellen Trends und versuche, diese hier umzusetzen. Aber Trends sind vergänglich wie eine Pusteblume und daher seht ihr bei mir bisweilen nur solche, von denen ich glaube, dass sie auch in ein oder zwei Jahren noch en vogue sein werden. Von Adiletten glaube ich übrigens, dass sie nächstes Jahr ihr wohlverdientes Fashion-Hoch erleben werden - ihr werdet sehen.
    Überhaupt investiere ich schon eine ganze Weile nicht mehr in Schnelllebigkeit und wenn man bereits 15 Jahre Modeverrücktheit auf dem Buckel hat, seine Kleidung gut pflegt und nicht bereits nach einer Saison aussortiert, hat man wiederkehrende Trends sowieso im Schrank. So sehe ich das. Das spart Geld für hochwertige Investitionen, wie ich sie erst kürzlich getätigt habe: wunderschöne Budapester aus Lackleder und made in Italy. Gesehen, verliebt und gekauft bei Gero Mure in Mannheim. Die sind vor kurzem drei Ladenlokale weitergezogen und hauen an ihrem alten Standort alles für den halben Preis raus. Solltet ihr also aus der Umgebung sein - nichts wie hin!




What I Was Wearing

Coat - Bershka (similar)
Cardigan - Ernsting's Family (similar)
Scarf - TK Maxx
Pants - H&M (similar)
Brogues - Gero Mure

Monday, November 17, 2014

Soul Food: Kürbis-Salbei-Gnocchi


Kennt ihr das? Ihr überlegt euch eine Überschrift für euren Post und dann kommt euch der Gedanke, ihr könntet das ja mal googlen, mal schauen, was da so für Treffer kommen? Eben jener Gedanke kam mir bei dem Begriff "Soul Food". Ich dachte, dies sei der perfekte Titel für mein Kürbis-Salbei-Gnocchi-Rezept, denn das Essen ist wirklich Balsam für die Seele und wärmt das Herz an kalten Novembertagen. Aber, Soul Food ist noch viel mehr und dank Wikipedia habe ich wieder an Wissen hinzugewonnen. 

"In den 1960er Jahren wurde Soul Food positiver Bestandteil der ethnischen Identität von Afroamerikanern in den Vereinigten Staaten und die ersten entsprechenden Restaurants wurden eröffnet. Das ist im Zusammenhang zu sehen mit der Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King in dieser Zeit, aber auch den Black Muslims und dem dadurch gestärkten Selbstbewusstsein dieser ethnischen Gruppe.

Aus einer Küche des Mangels entstanden, sind heute viele Gerichte fester Bestandteil der US-amerikanischen Küche und auch international beliebt, beispielsweise Spareribs oder Chicken Wings. Ursprünglich mussten sich die Afroamerikaner in den USA während der Sklaverei und in der Zeit danach meist mit minderwertigen oder billigen Lebensmitteln zufriedengeben, oder dem, was keine andere Verwendung fand, beispielsweise weniger beliebte Fleischteile wie Innereien, Schweinefüße und -ohren oder Hühnerflügel.

Typische Gewürze dieser Küche sind Cayennepfeffer, Muskatnuss, Piment, Zimt, Gewürznelken, Sesam, Safran, Thymian und Essig. Beliebte Gemüse sind neben Bohnen und Erbsen verschiedene Kohlsorten, Kürbis und Speiserüben; auch Zwiebeln finden häufig Verwendung."

Ein Widerstand der über den Gaumen führt - ein starkes und leckeres Zeichen, dass man sich so schnell nicht unterdrücken und vor allem unterkriegen lässt, egal wie schlimm die Umstände gerade sind. In diesem Kontext darf mein Rezept jetzt noch mehr gesehen werden, denn von Toleranz und Gleichberechtigung sind wir auch heute leider noch zu sehr entfernt. Lasst uns also genau dafür gemeinsam schlemmen und eine gute Portion herzwärmender Kürbis-Salbei-Gnocchis genießen :). Pluspunkt: das Rezept ist schnell, einfach und überdies sehr freundlich zu eurem Geldbeutel!

Ihr braucht:

- 1 Hokkaidokürbis
- 1 - 2 Pakete Gnocchi
- 250g Schafskäse
- frischer oder getrockneter Salbei
- Salz und Pfeffer


Für zwei Personen würfel ich das Fleisch eines halben Hokkaidokürbis' (die andere Hälfte lässt sich (ebenfalls) gewürfelt super einfrieren) und die 250 g Schafskäse. Danach erhitze ich einen Schuss Olivenöl in einer Pfanne und brate/dünste den Kürbis bei mittlerer Hitze bis er weich und leicht faserig ist. Parallel garen die Gnocchi in kochendem Salzwasser etwa 2 bis 3 Minuten. Meistens nehme ich für zwei Personen zwei Pakete Gnocchi, weil mir 500 g doch immer sehr wenig erscheinen. Falls es zuviel ist, hat man schon Essen für den nächsten Tag :).



Ist der Kürbis schön weich, würze ich ihn mit Salz, Pfeffer und Salbei. Hierbei schmeckt frischer Salbei natürlich am besten, getrockneter tut es aber auch. Anschließend gesellen sich die Gnocchi in der Pfanne dazu und alles wird kräftigt durchmischt und noch einmal mit Salz, Pfeffer und Salbei abgeschmeckt.  



Als krönender Abschluss wird jetzt der Schafskäse über die Gnocchi-Pfanne gestreut und kurz durchmengt. Fertig!  Guten Appetit :)