Monday, October 27, 2014

Vom Suchen und Finden des perfekten schwarzen Mantels


Den perfekten schwarzen Mantel zu finden, ist in etwa so nervenaufreibend, wie die Suche nach dem perfekten weißen T-Shirt. Die Trefferquote liegt in etwa bei 5%, wenn man gezielt danach sucht, sinkt sie auf 0,00nix%. Niemals sollte man mit dem Vorwand losgehen, heute den perfekten Mantel, das perfekte T-Shirt oder die perfekte Jeans zu kaufen - der Schuss kann und wird nur nach hinten losgehen und endet häufig mit leeren Tüten und Händen. Als ich letztens jedoch in Istanbul war, hatte ich riesiges Glück, denn ich war zu Mavi gegangen, um die perfekte Buchse zu ergattern und tada, genau so kam es. Ansonsten gehe ich aber selten mit konkretem Plan shoppen (weil s.o.). Zu groß war oft die Enttäuschung. Das Schicksal meinte es allerdings gleich doppelt gut mit mir in letzter Zeit und so landete ich am vorletzten Wochenende noch einen absoluten Glücksgriff - dieses aber gänzlich ohne Vorhaben.
    Anlässlich des 85. Geburtstags meiner zauberhaften Großmutter bin ich in der münsterländischen Heimat Dülmen gewesen, um ein paar schöne Tage mit meiner Familie zu verbringen. Häufig erklärtes Shoppingziel von meiner Mama, meiner Schwester und mir ist dann natürlich Münster, die einfach einen bombastischen TK Maxx haben, aber genauso oft auch Coesfeld (in Lautschrift: Koosfeld), das nordwestlich von Dülmen liegt und im Gegensatz zu uns einen eigenen H&M besitzt - Frechheit! Ich wage zu behaupten, dass die meisten Dülmenerinnen (mich eingeschlossen, obwohl laut Perso mittlerweile Mannheimerin) seit nun mehr sieben Jahren immer noch einen gewissen Groll hegen, dass unser schönes Dülmen keinen H&M bekommen hat. Es sah eine gewisse Zeit stark danach aus... Jaja, die Lokalpolitik, so fahren wir eben nach Coesfeld, das auch sehr schön ist und wo ich nun eben jenen absolut genialen Mantel gefunden habe, den ihr auf den Fotos seht.
    Wirklich lange war ich schon auf der Suche nach einem solchen Teil, bin aber nie fündig geworden. Entweder passte die Form nicht oder das Material zog Fussel magisch an. Hier gezeigtes Modell ist hingegen absolut antistatisch, kann elegant um die Schultern geworfen werden, sitzt wie eine zweite Haut und war von 60€ auf FÜNFZEHN Euronen heruntergesetzt. Na, das nenn ich wirklich mal Schicksal. Wurde selbstverständlich sofocht eingetütet und an Omas Geburtstag ausgeführt!


Coat - H&M (im Moment 20% rabattiert)
Shirt - American Apparel via Kleiderkreisel
Pants - H&M (similar)
Bag - Mango (similar; similar)
Boots - Zalando Collection (similar)

Friday, October 24, 2014

The Streets of Galata



Isyankar from jan on Vimeo.

Merhaba canlarım,
lange habe ich euch nicht mehr auf Türkisch begrüßt, als ich aber zufällig diese Fotos auf meiner Festplatte gefunden wiederentdeckt habe, hatte ich wohl keine andere Wahl. Sie stammen noch aus meinem Erasmus Semester, welches ich von August 2013 bis Januar 2014 zwischen Orient und Okzident verbrachte. Es ist kaum zehn Monate her, aber in Deutschland wieder eingelebt, habe ich mich noch lange nicht. Zu sehr vermisse ich den Geruch von frischem Simit, den Duft von Çay, den Geschmack von Pide, einen ordentlichen Kahvaltı Tabağı bei Mutfak in Hisarüstü, die engen Gassen von Galata, das Vapur, das mich nach Kadıköy rüberschippert, und, hach, selbstverständlich auch den schrecklichsten Straßenverkehr, den man sich vorstellen kann. 
    Ende September wurde das Heimweh schließlich zu groß und so packte ich schnell meine sieben Sachen, um meiner geliebten Stadt einen kurzen Besuch abzustatten. Ein freudiges Wiedersehen war das, so freudig, dass ich nun deprimierter als vorher bin. Zur Zeit kann ich Deutschland wenig abgewinnen, obwohl die Türkei sehr viel mehr Probleme hat als wir. Probleme, die man sich hier gar nicht vorstellen kann, über die aber trotzdem vorschnell geurteilt wird. Ich heiße auch weiß Gott nicht alles gut, was aktuell passiert, aber in Deutschland kommt man schnell mit dem erhobenen Zeigefinger und fällt eiligst sein Urteil. Das missfällt mir, bzw. missfiel mir schon immer. Bevor ich aber in zu weite Felder abdrifte und mich noch in Rage rede, was ich in letzter Zeit ständig tu, wende ich mich lieber wieder meinen zauberhaften Fotos zu, die so wohlige Erinnerungen in mir auslösen. Entstanden sind sie im Januar 2014 und ich hatte gerade hohen Besuch von meiner bildhübschen Freundin Larissa, die ein gleichgesinnter Weltenbummler ist. Zusammen streiften wir durch die magischen Gässchen von Galata und ließen uns verzaubern. Gestohlen wurde unser Herz dabei von einem ganz besonderen Kerlchen.

    Die passende musikalische Untermalung bietet Mustafa Sandal. In diesem Sinne Iyi geceler




Monday, October 20, 2014

Schwarz zu Blau


Jede Saison aufs Neue sagen uns die modischen Bibeln, wo's kleidungstechnisch langgeht. Das kommt, das bleibt, das kann weg. Vogue, Glamour, In Style... sie alle unterscheiden sich in dieser Hinsicht nur minimal, wenn überhaupt. Doch was inspirieren soll, kommt oft eher wie ein Diktat daher. Du musst, du darfst nicht und überhaupt. Vielleicht sehe ich das alles sehr streng, aber ich muss zugeben, dass dieses Treiben schon immer eine gewisse Skepsis in mir ausgelöst hat - denn was in der neuen Saison schlussendlich meinen Leib ziert, entscheide doch in aller erster Linie immer noch ich selber.
   Die Brigitte hat mich in dieser Hinsicht kürzlich sehr amüsiert, denn in ihrer "Das kommt, das bleibt"-Modestrecke kam sie wahrlich Fashion Forward daher. Das kommt: Strick, Overknees, Leoprint; Das bleibt: Leder, Mäntel... Was soll man dazu sagen? Vielleicht Alle Jahre wieder? The same procedure as every year? Denn mal ehrlich - Strick kommt? Krass, dann bin ich wohl mein ganzes Leben schon ein Trendsetter, denn Strick trage ich ausnahmslos jeden Winter! - und dann das: Mäntel bleiben! Na, Gott sei Dank, ich hatte schon Angst, ich müsste erfrieren...
    Eine Sache hat mich dann aber doch aufhorchen lassen. Im baldigen Winter tragen wir Schwarz zu Blau oder wahlweise auch Blau zu Schwarz! Ist das nicht verboten, sagt da der erhobene Modezeigefinger? Hach was soll's, die Mode an sich hat sich schließlich schon lange von jedweden Regeln freigemacht. Die Transformation zurück in Konventionen obliegt den Modezeitschriften. Der ewige Kreislauf, ob sie uns wohl jemals ins Fashion-Nirwana entlassen? Halt stop, ich schweife ab! Wo war ich noch mal stehen geblieben? Richtig, Schwarz zu Blau. Fand ich tatsächlich schon immer sehr, sehr elegant. Besonders tiefstes Mitternachtsblau zu Schwarz - dieser Gedanke fühlt sich irgendwie samtig an. Zu samtig, um nicht ausprobiert zu werden. Allerdings würde ich gerne vom Samt abweichen und für meinen Selbstversuch zu zarter Spitze greifen. Das perfekte Stück habe ich hierfür bei Sister Surprise gefunden - einen wirklich traumhaften Body von Ashley Brooke. Dieser steht auch gleich noch für einen weiteren Trend, den ich einfach mal Unterwäsche im Alltag taufe. Ich weiß, ich weiß, das klingt platt und Unterwäsche trägt man natürlich jeden Tag, aber die Designer haben uns gezeigt, dass man das auch gut sichtbar machen darf. Feine Negligés werden zu derbem Strick kombiniert und zarte Bodies zur Jeans. Somit wären wir zwar wieder beim Diktat, aber mir gefällt's. Begleitet wird das schöne Teil von schwarzen High Waist Jeans und meinen absoluten Schuhschrank-Dauerbrennern, schwarze Cowboy Stiefeletten. Spätestens seit der viel beachteten Métiers d'Arts-Kollektion von Chanel im vergangenen Herbst ein absolut heißes Eisen.
   Für mich stellt das Outfit den perfekt Mix zwischen klassisch elegant und rockig cool dar. Was meint ihr?



Body* - Ashley Brooke via Sister Surprise
Denim Jacket - American Eagle Outfitters
Pants - H&M
Shoes - Zalando Collection

Friday, October 10, 2014

The time is now!

Dress - Vero Moda // Sandals - The Meraki Company (on sale!)

Manche Zeiten sind wie ein laues Lüftchen, andere gleichen einem waschechten Orkan. Manchmal ist die See ruhig und wieder ein anderes Mal wird das Boot nur so hin und her geschwankt, dass man Angst hat auf der Stelle seekrank zu werden. Noch ewig könnte ich solche Metaphern für den immer gleichen Gemütszustand aufzählen, stoppe aber hier und sage einfach schlicht: "Ich habe Stress - irgendwie". Die Bachelorarbeit muss bald abgeben werden, 10 Seiten sind bereits geschrieben und ihr fragt euch sicher genau in diesem Moment: "Wie? Die ist immer noch nicht fertig? Die recherchiert doch schon seit Monaten 0.0??!!". Ja, das stimmt, das tu ich tatsächlich. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass es eine Mischung aus fehlenden Scheinen und einem Bachelor-Thema ist, das zwar nicht über meinen Kopf hinauswächst, aber dennoch sehr herausfordert. So konnte ich schlussendlich erst Anfang August die Prüfung anmelden. Doch nun befinde ich mich quasi auf den letzten hundert Metern meines persönlichen Marathons. Die mündliche Abschlussprüfung ist zum Glück schon vorbei und erfolgreich bestanden. Das Ende naht und so mehr ich darüber nachdenke, desto sentimentaler werde ich. Wie damals nach dem Abitur. Das ist jetzt ziemlich genau fünf Jahre her und wieder stehe ich am Anfang. Ein beängstigender Anfang. Kommilitonen ziehen weg, man selbst bleibt, beginnt den Master aber erst im nächsten Jahr. Baldige Neuorientierung mit praktischer Zwischenzeit. Kunstgeschichte und Archäologie allein erfüllen mich nicht mehr. Ich will mehr - mehr Interdisziplinarität, mehr Interkulturalität. Das passende Masterprogramm habe ich noch nicht gefunden. Ich habe zehn Monate Zeit, blicke optimistisch nach vorn. Wie immer eigentlich. The time is now! Jedem Ende wohnt ein Anfang inne... ich freue mich auf eine aufregende Zeit, neue Impulse, neue Abenteuer! The time is now!


Denim Jacket - American Eagle Outfitters // Harem Pants - from Istanbul // Ballet Flats - Napapijri




Sweater - COS (couldn't find online, but this one is most definitely the same) // Scarf - Tchibo // Belt - Mango // Pants - H&M // Espadrille - H&M

Monday, September 29, 2014

To Dance or Not To Dance?


"Wer tanzt, hat kein Geld zum Saufen!" - was soll man zu diesem Spruch sagen, der irgendwie auch so gut unsere Generation widerspiegelt. Wenn ich alte Bekannte treffe, wird zum Abschied gemurmelt, dass man ja auch unbedingt mal wieder zusammen Feiern gehen müsse, mal wieder richtig einen Saufen. Ich fühle mich weder wahnsinnig kultiviert, intelligent noch schlau, aber für Saufen und Feiern bin ich wahrlich nicht zu haben. Das klingt so platt und im Grunde ist es einfach nur sinnlos und macht auch keinen Spaß. Feiern, saufen! Stundenlang könnte ich mich explizit über diese beiden Wörter aufregen. Nennt mich spießig, aber so ist es nun einmal. Das heißt allerdings nicht, dass ich nicht gerne abends weggehe - ja wohl, sehr gerne tu ich dies sogar! "Wer nicht tanzt, ist mit sich selbst und seinem Körper nicht im Reinen!" - so meine provokative Antwort! Tanzen ist für mich das höchste aller Gefühle. Kaum eine Liebe ist größer, als die Liebe zum Tanzen! Das war schon immer so. Nach Stationen beim Ballett und Standardtanz, bin ich nun beim Salsa angekommen und was soll ich sagen? Gerade beim Partnertanz lernt man seinen Körper und vor allem seinen Partner erst richtig kennen. Man muss sich fallen lassen, einander vertrauen, auf die gegenseitigen Signale achten. Das fällt natürlich schwer, aber genauso fasziniert es auch. Zudem verändert die Haltung sich, wird gerade, fast statuesk - man weiß seinen Körper zu bewegen und ihn vor allem richtig einzusetzen. Kaum ein 'Sport' ist so intim und persönlich, wie das Tanzen - wer tanzt, gibt viel von sich preis. Das mag viele Menschen verunsichern, dabei schlummert doch gerade im Tanzen so eine große Kraft! Es hebt die Stimmung, besänftigt und schafft ein Wir-Gefühl. Was gibt es Schöneres?
  Das sieht wohl auch Phoebe Philo so und präsentiert uns für das kommende Frühjahr zauberschöne Tanzschläppchen, die wahlweise flach oder mit Absatz daherkommen. Damit können wir nicht nur die Nacht zum Tage werden lassen, sondern auch locker und leicht beschwingt durch den Alltag tanzen! - Business-Alltag inklusive.




Pictures taken from The Cut

Thursday, September 25, 2014

Dries van Noten - Aufbruch


Nach fast vier Wochen full of Fashionweeks kann ich euch sicher garantieren, dass Frühling und Sommer 2015 bestimmt sein werden von Naturverbundenheit, Erdtönen, Gemütlichkeit, Fernweh und ganz viel Reiselust. Wir werden ausgestattet für die nächste Safari, tragen Kimonos und Obigürtel aus Fernost und gehen ausnahmslos auf Tuchfühlung mit anderen Kulturen. Begleitet werden wir bei unseren imaginären und realen Reisen stets von flachem Schuhwerk, denn - Hand aufs Herz - mit hohen Hacken lässt sich die Welt nicht entdecken.
   Verschiedenste Elemente der gerade benannten Wanderlust konnten wir unter anderem bei Marc Jacobs, Gucci und Emilio Pucci ausmachen, es gab aber nur einen, der uns optisch wie haptisch das ganze Paket lieferte und das war Dries van Noten. Sein bemooster Laufsteg gleicht einem Urwald, seine Mode ist romantisch und sublim, aber vor allem zu Stoff gewordene Sehnsucht nach unerfüllten Reisezielen. Voyages Phantasmés, wie van Noten es selbst nennt und tatsächlich hat eine Kollektion, zumindest bei mir, selten so viele Wünsche und Träume gleichzeitig geweckt. Das schafft sonst nur Caspar David Friedrich mit seinem großartigen Gemälde Der Wanderer über dem NebelmeerDas Zeit Magazin schreibt, dass van Noten "romantische Mode für moderne Menschen" macht und ja es stimmt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts war die Romantik eine Gegenbewegung zum als starr empfundenen Klassizismus. Es war eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und des Wandels. Nicht ganz mit unserer heutigen Zeit vergleichbar, aber auch wir befinden uns im Wandel, im Aufbruch. Was passiert mit unserer Umwelt, was passiert mit uns als Menschen? Es war eine ereignisreiche Woche. Eine Woche der großen Worte, denen große Taten folgen müssen - an dieser Stelle Chapeau an Emma Watson.
    Dries van Noten, um noch einmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen, steht mit seiner Kollektion, die locker auch unisex getragen werden kann, für all das und noch viel mehr. Er hat den Zeitgeist erkannt.


Jetzt habe ich hier so große Worte geschwungen, dabei wollte ich eigentlich 'nur' auf die wunderschönen und aus Springbockfellen gefertigten Handtaschen eingehen und gleichzeitig eine andere großartige Designerin vorstellen, die ebenfalls für Sehnsüchte, Reiselust und das Folklore steht: Emily Rosendahl. Dies hole ich an geeigneter Stelle nach.
    Es ist zwar erst Donnerstag, aber habt ein schönes Wochenende!


Pictures taken from The Cut