Monday, January 26, 2015

Put on Your Dancing Shoes


Im September vergangenen Jahres schrieb ich ein Plädoyer fürs Tanzen, da Phoebe Philo, ihres Zeichens Chefdesignerin von Céline, gerade ihre Kollektion für das Frühjahr 2015 in Paris zeigte und ihre Models in zauberschönen Tanzschläppchen über den Laufsteg schickte. Ich war sofort begeistert, denn Tanzen ist für mich, neben Mode bien sur, mein halbes Leben. Noch im Kindergartenalter begann ich mit Ballett und im fortgeschrittenen Teenageralter setzte ich, nach Horizont erweiternden Stationen im Leichtathletik und Fußball, meine tänzerische Karriere mit Standard und Latein fort. Bis zum Abitur lebte ich quasi in dieser Tanzschule, ging hocherfreut zur freitäglichen Tanzstunde, am Wochenende zur sogenannten Tanzparty und alle paar Wochen zum stets populären Abschlussball der Anfängerkurse. Nach dem Schulabschluss stoppte ich meine Laufbahn, denn ich strebte eine kurzzeitige Karriere als Supernanny in den USA an, das Tanzbein ruhte aber keineswegs. Hip Hop it is, lautete die Devise. Im September 2010, mit Beginn meines Studiums, wurden die Tanzschuhe aber erstmal tatsächlich an den Nagel gehängt und erst im August 2014 wieder angezogen. Ich konnte meinen Schatz endlich dazu bewegen, mit mir einen Salsa-Kurs zu machen, den Tanz den ich immer liebte, aber nie die Möglichkeit hatte, zu lernen. Seit fünf Monaten tanzen wir nun begeistert und hocherfreut und hüpfen meistens beschwingt nach Hause. Meistens, weil es beim Partnertanz unglaublich schwierig ist, sich auf den Partner einzulassen und als Frau die Kontrolle abzugeben, denn beim Paartanz gilt, der Mann ist der Maler und die Frau das Bild, bzw. der Mann macht, dass die Frau schön tanzt. Für eine sturköpfige Frau wie mich, mit eigenen Ideen und Vorstellungen, nicht ganz einfach. Vielleicht als kleine Provokation, aber auch, weil ich es liebe, mit den Aspekten beider Geschlechter zu spielen, zog ich zur letzten Salsa-Stunde meine kürzlich erstandenen Brogues von Gero Mure an. Darin ließ es sich, trotz Kontrollverlust, vorzüglichst tanzen! 





What I Was Wearing

Beanie - Cos (similar)
Parka - Ernsting's Family (last seen here; similar)
Scarf - TK Maxx (last seen here; similar)
Bag - Vintage via Kleiderkreisel (similar)
Gloves - H&M (last seen here; similar)
Denim Pants - H&M (last seen here; similar)
Brogues - Gero Mure (last seen here; similar)

Friday, January 23, 2015

"Der Münsterländer und das Wort, das ist wie Mann und Frau"


Exponentiell viele Blogger kommen aus der lebenswerten Stadt Münster und auch ich bin eigentlich ein waschechtes Münsterländergewächs - geboren und aufgewachsen in Dülmen, Stadt der Wildpferde. Laut der Welt dürfte es aber all diese nordwestlichen Schreiberlinge wohl gar nicht geben. Sie verfasste nämlich anlässlich des 60. Geburtstags von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2006 eine höchst amüsante Typisierung der hiesigen Menschen und gemäß diesen Artikels werden "sogar den Münsterländern manchmal die Sprechpausen in ihren Dialogen zu groß. Dann sagt einer der beiden sich anschweigenden Münsterländer: 'Dann hör' ich's ja wohl.' Meistens hört er darauf aber nichts oder allenfalls ein knappes 'hm' oder ein 'hä'. Manchmal auch 'dä'. Und das kann alles heißen. Kurzum: 'Der Münsterländer und das Wort, das ist wie Mann und Frau - es geht nicht', wie der Kabarettist Augustin Upmann sagt. In der Metropole Münster selbst sind die ländlichen Sprachbrocken nach städtischer Manier verfeinert worden, dort hört statt 'hä' das berühmte 'Ne' oder auch 'Ja! Ne?'." Wenn ich das so lese, muss ich unweigerlich an ein recht aufbrausendes und gleichzeitig schweigsames Telefonat mit meiner Mama denken, während dem wir beide verschiedene Sachen in den falschen Hals bekamen. Irgendwann sagten wir einfach gar nichts mehr, bis meine Mama die Stille mit einem "Na dann hör' ich's ja wohl" durchbrach und ich das Telefonat mit einem "Hm Hm" quasi beendete.
    An der Eloquenz kann man den Erfolg der Münsteraner Blogger also wohl nicht festmachen. Woran liegt es aber dann? "Die Menschen in Westfalen gelten als bodenständig, ruhig und strebsam. Sie stehen in dem Ruf, diese Eigenschaften gelegentlich zu einer gewissen Sturheit ausarten zu lassen", schreibt ein Umzug-Ratgeber auf dem Portal markt.de. Durch Strebsamkeit und Sturheit ist man eben schon oft ans Ziel gekommen. In meinem Fall zum Beispiel nach Istanbul. So schnell lässt sich der Münsterländer nicht abwimmeln, denn er weiß oft ziemlich genau, wo er hin möchte und kämpft für seine Ziele. Macht er Eloquenz also dadurch wett? Bestimmt. Bestimmt aber auch durch seinen stets trockenen Humor :-D.
    Bei einem weihnachtlichen Spaziergang durch den wunderschönen Dülmener Wildpark wurde ich übrigens von meiner zauberhaften Mama und meiner ebenfalls zauberhaften Schwester Tiziana begleitet.





Mama Was Wearing

Beanie - H&M (similar)
Boots - The North Face (similar here)


Tiziana Was Wearing

Jacket - New Yorker
Pants - Topshop
Boots - Deichmann (similar)
Bag - Cowboysbag (similar here and here)

Follow her Instagram here


I Was Wearing

Down Coat - TK Maxx (similar)
Pants - H&M
Boots - Zalando Collection (similar)
Bag - Bull&Hunt

Tuesday, January 20, 2015

New Year's Resolution


"When a person is the beauty of their day, and their looks are really in style, and then the times change and tastes change, and ten years go by, if they keep exactly their same look and don't change anything and if they take care of themselves, they'll still be a beauty"

Gemäß dieser weisen Worte des großartigen Universalkünstlers Andy Warhol möchte ich das neue Jahr 2015 bescheiden beginnen und meinen persönlichen Kleidungskonsum zurückfahren. Gerade in letzter Zeit habe ich gemerkt, dass ich immer mehr nach neuen Trendteilen lechze und kaum noch an etwas anderes gedacht habe. Das ist natürlich etwas übertrieben formuliert, aber mir fehlten oft die finanziellen Mittel, um beispielsweise spontan zu verreisen. Dies möchte ich im neuen Jahr ändern, denn mit jeder Reise wächst der Horizont und dies kann man von einem neuen Kleidungsstück nun wirklich nicht behaupten. Da ich aber doch gerne ausgefallene Stücke mein eigen nenne und besonders an diversen Schuhgeschäften nur schwerlich vorbeikomme, darf ich in den nächsten sechs Monaten in fünf neue Teile investieren. Hierbei möchte ich jedoch mehr auf Qualität anstatt Quantität setzen.
    Sicherlich fragt ihr euch auch, warum ich mich erst heute am 20. Januar zurückmelde, aber eine sehr weise Frau aka meine Oma sagte zu mir, dass dies laut Mondkalender der beste Tag sei, um Vorsätze und neue Vorhaben anzugehen. In diesem Sinne wünsche ich Euch ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr!



What I Was Wearing

Bomber Jacket - H&M Men (last seen here; similar)
Harem Pants - Bought in Istanbul (last seen here; similar)
Boots - Pull&Bear (last seen here; similar)

Thursday, December 25, 2014

Throwback Thursday

Hallo ihr Lieben,
ich hoffe, Ihr verbringt alle ein besinnliches Weihnachtsfest mit Euren Lieben und wurdet bisher mit tollen Sachen überrascht, bzw. habt auch selber überrascht!
Heute gibt es einen Throwback Thursday der besonderen Art, denn es handelt sich um einen Rückblick meiner Looks, die ich in 2014 getragen habe. Für jeden Monat habe ich jeweils ein Outfit ausgewählt, das bei Euch viel Zustimmung gefunden hat =).
Insgesamt war es ein turbulentes Jahr, für das ich mich auch bei Euch bedanke und das ich nun ganz gediegen ausklinge lasse.
Ich wünsche Euch allen schöne letzte Tage in 2014 und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Mit viel Energie sehen wir uns dann im Januar wieder!

Bis dahin, alles Liebe und Gute,
Belinda 








Mai // Juni








* Dieser Look entstammt zwar August, aber im September gab es leider keine Outfits und dieses hier ist doch bereits sehr herbstlich gewesen =).




Sunday, December 21, 2014

This is a man's world...


Ich wette eine kleine Geldsumme, dass Ihr den Titel meines heutigen Posts nicht einfach nur gelesen habt, nein, sondern sicherlich gleich mitgesungen.
    Die äußerst prominente Aneinanderreihung dieser Wörter entstammt dem doch eher chauvinistisch angehauchten Song "It's a Man's Man's Man's World" von James Brown. Ein Lied, welches nicht zuletzt aus dem Werbespot einer Kapselkaffeemaschine bekannt ist, die uns ein italienisches, süßes Geschmackserlebnis bescheren soll.
    Als überzeugte Feministin müsste mir der Song natürlich ein Dorn im Auge sein, da ich der Überzeugung bin, dass die Welt ganz gewiss nicht von Grund auf von Männern erschaffen wurde und überhaupt muss ich aber jedes Mal mitsingen, wenn er im Radio zu hören ist. Die ersten fünf Wörter gehen durch Mark und Bein - zudem besänftigt James Brown geringfügig mit dem Nachfolgenden "... but it would be nothing without a woman or a girl"An dieser Stelle sei gesagt, dass ich natürlich keine Männerhasserin bin, denn das wäre mehr als albern. Anstatt sich gegenseitig die Butter vom Brot zu nehmen, sollte man von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Gerade die UN-Rede von Emma Watson im September diesen Jahres fand ich in dieser Hinsicht wichtig und klug!
    Tatsächlich bewundere ich Männer oft für ihren Pragmatismus und ihre Hartnäckigkeit und versuche, was dies betrifft, zu lernen, um mehr für mich und meine Wünsche einzustehen. Darüber hinaus bin ich oft überhaupt kein Freund von Damenoberbekleidung (Das perfekte weiße T-Shirt in der Damenabteilung? Vergiss es!) und diversen Accessoires und halte mich gerne in den Männerabteilungen einschlägiger Modehäuser auf. Dem entstammt auch dieser Schal im Blockstreifengewand von Zara, den ich kürzlich bei Kleiderkreisel erstanden habe. Bereits vor zwei Jahren war es Liebe auf den ersten Blick, gekauft habe ich ihn jedoch nicht, weswegen ich umso erfreuter bin, ihn doch noch mein Eigen nennen zu können. Kombiniert habe ich das schmucke Teil bei diesem herbstlichen Wetter im Lagenlook zu Lederjacke und Daunenweste und möchte zum Abschluss noch sagen, dass ich mir zum vierten Advent weniger Hass und mehr Liebe wünsche und nichtsdestotrotz stolz bin, eine Frau zu sein.

P.S.: Man heißt im Englischen auch Mensch, aber da ich gerade keine Energie habe, um eine noch tiefgründigere Tür aufzustoßen, sage ich Tschüss und wünsche Euch einen schönen Abend!







What I Was Wearing

Scarf - Zara via Kleiderkreisel (similar)
Vest - Ernsting's Family (similar)
Leather Jacket - H&M (similar)
Cardigan and Blouse - Bought in a Boutique in New York City about Five Years ago
Pants - Zara TRF
Bag - Asos (similar)
Shoes - H&M (similar)
Bracelet* - The Meraki Company
Necklace - Bought at a Jewelry Market in Ortaköy/Istanbul

Sunday, December 14, 2014

Juanita Banana


Im Jahr 2006 beschlossen mein heutiger, aber noch nicht damaliger, Schatz und ich, uns irgendwann in der Zukunft T-Shirts mit einer Banane und den klangvollen Wörtern "Juanita Banana" bedrucken zu lassen. Anlass war unser Französischkurs, in dem wir en ce temps-là den Film "L'Auberge Espagnole" guckten, der das Erasmus-Semester des französischen Studenten Xavier in Barcelona erzählt. Viele Jahre, eine gemeinsame Wohnung und vor allem eine gemeinsame Erasmus-Erfahrung in Istanbul später, besitzen mein Canım und ich leider immer noch kein solches T-Shirt und das Konzept einer "Juanita Banana" habe ich bis jetzt auch noch nicht erklärt. Laut Xavier handelt es sich hierbei um ein Mädchen, das cool ist, Rock'n'Roll versprüht und sich selbst nicht allzu ernst nimmt.
    In Barcelona hat Xavier eine Affäre mit der verheirateten Französin Anne-Sophie, die mit ihrem Mann in die Stadt gekommen ist und nicht wirklich einen Zugang zur katalanischen Perle findet. Alles sei laut und schmutzig und ganz und gar nicht wie Paris. Xavier sagt deshalb zu ihr: "Vous ne faites pas trop juanita banana!". Sie soll endlich anfangen zu leben und akzeptieren, dass Barcelona nicht Paris ist und jede Stadt seine Vor- und Nachteile hat. Da ich jemand bin, der jedem Ort etwas Schönes abgewinnen kann und jede neue Erfahrung genieße und aufsauge wie ein Staubsauger, hat mich das Konzept einer "Juanita Banana" immer fasziniert. Nur das passende T-Shirt fehlte - bis jetzt! Vor Kurzem bekam ich Post von dem süßen Kater Likoli, der einen eigenen Online-Shop mit den besten, witzigsten und ironischsten T-Shirts betreibt und wie ich in Mannheim lebt. Er brachte in Windeseile ein perfekt sitzendes Bananen-Shirt von schöner und weicher Baumwollqualität, mit einem Print, der meine "Juanita Banana"-Vorstellungen um einiges übersteigt. Versehen mit dem Slogan 'Let's get naked!' möchte ich euch zum dritten Advent nahelegen, dass psychische Nacktheit oft gut tut, um über den Tellerrand hinaus zu gucken und neue Erfahrungen zu sammeln!






What I Was Wearing

T-Shirt* - Likoli
Parka - Ernsting's Family
Scarf - Tchibo (sale!)
Cardigan - Vila (Flea Market Find)
Pants - H&M
Bag - Vintage
Boots - Vintage
Earrings - Krisho