Monday, September 29, 2014

To Dance or Not To Dance?


"Wer tanzt, hat kein Geld zum Saufen!" - was soll man zu diesem Spruch sagen, der irgendwie auch so gut unsere Generation widerspiegelt. Wenn ich alte Bekannte treffe, wird zum Abschied gemurmelt, dass man ja auch unbedingt mal wieder zusammen Feiern gehen müsse, mal wieder richtig einen Saufen. Ich fühle mich weder wahnsinnig kultiviert, intelligent noch schlau, aber für Saufen und Feiern bin ich wahrlich nicht zu haben. Das klingt so platt und im Grunde ist es einfach nur sinnlos und macht auch keinen Spaß. Feiern, saufen! Stundenlang könnte ich mich explizit über diese beiden Wörter aufregen. Nennt mich spießig, aber so ist es nun einmal. Das heißt allerdings nicht, dass ich nicht gerne abends weggehe - ja wohl, sehr gerne tu ich dies sogar! "Wer nicht tanzt, ist mit sich selbst und seinem Körper nicht im Reinen!" - so meine provokative Antwort! Tanzen ist für mich das höchste aller Gefühle. Kaum eine Liebe ist größer, als die Liebe zum Tanzen! Das war schon immer so. Nach Stationen beim Ballett und Standardtanz, bin ich nun beim Salsa angekommen und was soll ich sagen? Gerade beim Partnertanz lernt man seinen Körper und vor allem seinen Partner erst richtig kennen. Man muss sich fallen lassen, einander vertrauen, auf die gegenseitigen Signale achten. Das fällt natürlich schwer, aber genauso fasziniert es auch. Zudem verändert die Haltung sich, wird gerade, fast statuesk - man weiß seinen Körper zu bewegen und ihn vor allem richtig einzusetzen. Kaum ein 'Sport' ist so intim und persönlich, wie das Tanzen - wer tanzt, gibt viel von sich preis. Das mag viele Menschen verunsichern, dabei schlummert doch gerade im Tanzen so eine große Kraft! Es hebt die Stimmung, besänftigt und schafft ein Wir-Gefühl. Was gibt es Schöneres?
  Das sieht wohl auch Phoebe Philo so und präsentiert uns für das kommende Frühjahr zauberschöne Tanzschläppchen, die wahlweise flach oder mit Absatz daherkommen. Damit können wir nicht nur die Nacht zum Tage werden lassen, sondern auch locker und leicht beschwingt durch den Alltag tanzen! - Business-Alltag inklusive.




Pictures taken from The Cut

Thursday, September 25, 2014

Dries van Noten - Aufbruch


Nach fast vier Wochen full of Fashionweeks kann ich euch sicher garantieren, dass Frühling und Sommer 2015 bestimmt sein werden von Naturverbundenheit, Erdtönen, Gemütlichkeit, Fernweh und ganz viel Reiselust. Wir werden ausgestattet für die nächste Safari, tragen Kimonos und Obigürtel aus Fernost und gehen ausnahmslos auf Tuchfühlung mit anderen Kulturen. Begleitet werden wir bei unseren imaginären und realen Reisen stets von flachem Schuhwerk, denn - Hand aufs Herz - mit hohen Hacken lässt sich die Welt nicht entdecken.
   Verschiedenste Elemente der gerade benannten Wanderlust konnten wir unter anderem bei Marc Jacobs, Gucci und Emilio Pucci ausmachen, es gab aber nur einen, der uns optisch wie haptisch das ganze Paket lieferte und das war Dries van Noten. Sein bemooster Laufsteg gleicht einem Urwald, seine Mode ist romantisch und sublim, aber vor allem zu Stoff gewordene Sehnsucht nach unerfüllten Reisezielen. Voyages Phantasmés, wie van Noten es selbst nennt und tatsächlich hat eine Kollektion, zumindest bei mir, selten so viele Wünsche und Träume gleichzeitig geweckt. Das schafft sonst nur Caspar David Friedrich mit seinem großartigen Gemälde Der Wanderer über dem NebelmeerDas Zeit Magazin schreibt, dass van Noten "romantische Mode für moderne Menschen" macht und ja es stimmt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts war die Romantik eine Gegenbewegung zum als starr empfundenen Klassizismus. Es war eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und des Wandels. Nicht ganz mit unserer heutigen Zeit vergleichbar, aber auch wir befinden uns im Wandel, im Aufbruch. Was passiert mit unserer Umwelt, was passiert mit uns als Menschen? Es war eine ereignisreiche Woche. Eine Woche der großen Worte, denen große Taten folgen müssen - an dieser Stelle Chapeau an Emma Watson.
    Dries van Noten, um noch einmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen, steht mit seiner Kollektion, die locker auch unisex getragen werden kann, für all das und noch viel mehr. Er hat den Zeitgeist erkannt.


Jetzt habe ich hier so große Worte geschwungen, dabei wollte ich eigentlich 'nur' auf die wunderschönen und aus Springbockfellen gefertigten Handtaschen eingehen und gleichzeitig eine andere großartige Designerin vorstellen, die ebenfalls für Sehnsüchte, Reiselust und das Folklore steht: Emily Rosendahl. Dies hole ich an geeigneter Stelle nach.
    Es ist zwar erst Donnerstag, aber habt ein schönes Wochenende!


Pictures taken from The Cut

Friday, September 19, 2014

Liebster Award

Hallo ihr Lieben,
von gleich zwei tollen Bloggerinnen, Caroline und Stella, bin ich für den Liebster Award nominiert worden!
Vielen lieben Dank dafür an dieser Stelle.
Ich habe mir natürlich wieder sehr gerne die Zeit genommen, um Fragen zu beantworten und ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern.



Fragen von Caroline


1. Worüber bloggt ihr und wie unterscheidet sich euer Blog von anderen?

Hmmm, ich blogge einfach über das, was mich fasziniert und Leidenschaft weckt. Grob umrissene Themengebiete sind hier die Mode, das Reisen und hin und wieder etwas Kunst. Von anderen Bloggern unterscheide ich mich sicherlich nicht wahnsinnig. Ich versuche einfach mir treu zu bleiben, mit offenen und kritischen Augen durchs Leben zu gehen und euch daran teilhaben zu lassen.

2. Was hat euch dazu bewogen, einen Blog zu starten?

Ein viel zu großes Mitteilungsbedürfnis^^.

3. Unterstützen euch Familie/Freunde darin? Was halten sie davon?

Sie stimmen sicher nicht mit jedem Modetrend überein, den ich toll finde und präsentiere, aber sie sind meine treuen Leser der ersten Stunde und geben mir meistens direktes Feedback per whatsapp. Danke!  

4. Habt ihr schon einmal an einem Blogger Event teilgenommen, wie z.B. Bloger Bazaar oder Fashionbloggercafé? Wenn nein, würdet ihr gerne?

Bisher noch nicht, ich würde mich aber durchaus freuen, mal ein paar tolle Blogger offline zu treffen.

5. Wo seht ihr euch mit dem Blog in 5 Jahren?

Das lasse ich ganz auf mich zu kommen. Ich verfolge nicht wirklich kommerzielle Absichten mit meinem Blog, freue mich aber immer über interessante Kooperationen. 

6. Wer sind eure LieblingsbloggerInnen?

Definitiv Leandra Medine! Sie nimmt sich selber und die Mode nie zu ernst, daher bin ich mir sicher, dass wir seelenverwandt sind *muahaha. Mehr als lesenswert ist übrigens ihr Buch "Seeking Love. Finding Overalls". Eine modische Biographie, die einfach unglaublich amüsiert!

7. Ist Bloggen eure Hauptbeschäftigung oder studiert/arbeitet ihr nebenbei?

Ich studiere und arbeite hauptberuflich und schreibe hobbymäßig. Dies tu ich aber mit großer Passion!

8. Besitzt ihr ein Haustier? Stellt es vor!

Leider besitze ich aus Zeitgründen kein Haustier, hätte aber unglaublich gerne eins.

9. Seid ihr schon einmal eine Kooperation mit einem Unternehmen eingegangen, indem ihr das entsprechende Produkt via Post auf eurem Blog vorgestellt habt?

Erst kürzlich bin ich eine Kooperation mit Lands' End eingegangen, für die ich ein wahnsinnig schickes Paar Clogs testen durfte. Den dazugehörigen Post findet ihr hier.

10. Habt ihr Freunde, die auch bloggen?

Mais oui! Die zauberhafte Laura und ihr Street Style Blog Remember Gertrud

11. Was nehmt ihr euch noch vor? Wo gibt es noch Baustellen an eurem Blog, Mängel, die ihr zukünftig verbessern möchtet?

Es wird gerade ordentlich gebastelt, mehr dazu aber noch nicht verraten.



Fragen von Stella


1. Warum bloggst du?

Wie oben bereits gesagt, besitze ich ein großes Mitteilungsbedürfnis^^. 

2. Was erwartest du vom Bloggen?

Ehrlich gesagt nichts. Ich schreibe über das, was mich interessiert und liebe den Austausch mit anderen Bloggern.

3. Tea-cup Schweinchen oder Hund?

Definitiv Hund! Am liebsten einen süßen Shiba Inu!

4. Mango oder Zara?

Mango!! Ich freue mich jetzt schon wie ein Schnitzel auf meinen Istanbul-Trip in zwei Wochen, wo ich definitiv den großen Mango-Outlet auf der Istiklal Caddesi stürmen werde! - mit Zara kann ich leider so gar nichts anfangen. Horrende Preise bei vergleichbarer minderwertiger Qualität. No no no, no-go!

5. Ohrringe oder Kette?

Ich bin ein großer Fan dieser Ansammlung von Armbändern, die sich Arm Party, Arm Swag, Arm Candy oder was auch immer schimpfen.

6. Was ist dein liebster Disney-Film?

Spontan würde ich sagen - Mulan! Starke Frau! Das Lied ist in dem Kontext natürlich nicht ganz so ernst zu nehmen.


Allerdings sind die Musen aus dem Film Herkules fast nicht zu toppen! Ganz großes Kino!



7. Welchen Film liebst du über alles und könntest ihn jeden Tag sehen?

Das ist sehr stimmungsabhängig bei mir. Spontan fällt mir da leider nichts ein... Passt zwar nicht ganz zur Frage, aber letztens habe ich "Lars und die Frauen" gesehen, der mich echt Tage später noch sehr beschäftigt hat.


8. Welcher Song beschreibt dein bisheriges Leben am besten?


9. Eine Million - was machst du damit?

Ich nehme mir ein Sabbatical und mache eine Weltreise. 

10. Ohne welches Label könntest du nicht leben?

Puh, ich bin wahrlich kein Markenfetischist. Noch nie gewesen. Es gibt immer mal bestimmte Teile, die ich UNBEDINGT haben muss, aber ansonsten ist mir das recht egal. Definitiv nicht leben, könnte ich aber ohne Secondhand! Vintage-Kleidung ist einfach das Beste!

Monday, September 15, 2014

Weekend Getaway: Roma


Hallo ihr Lieben,
direkt nach meinem Rom-Trip (19.06. - 22.06.) postete ich eifrig meine Outfits, die ich auf unserer Wanderschaft durch die Stadt am Tiber getragen habe, während der Rest der Impressionen leider in Vergessenheit geraten ist. Da jetzt gerade wieder die beste Reisezeit für die italienische Hauptstadt beginnt, hole ich das nun nach.


Da wir diesen Kurzurlaub sehr spontan gebucht hatten und es auch noch Fronleichnam war, mussten wir herbergsmäßig nehmen, was übrig war. Gelandet sind wir im Il Passetto an der Piazza Del Risorgimento und was soll ich sagen? Es war vermutlich das Beste, was uns passieren konnte. Nur einen Steinwurf vom Vatikan entfernt, durften wir in einer sehr familiären Umgebung nächtigen (nur 4 Zimmer) und wurden morgens mit einem 'quasi' Frühstück ans Bett geweckt. Typisch italienisch mit süßen Hörnchen und Cappuccino :). Obwohl ich mir jetzt gerade nicht sicher bin, ob das wirklich typisch italienisch ist, denn als ich im Jahr 2007 auf einem Schüleraustausch in der Toskana war, gab es immer Biscotti und Espresso, der so stark war, dass sich die Nackenhaare aufgestellt haben.


Gelandet sind wir am frühen Vormittag in Rom-Fiumicino oder, was sich gerade für meine Ohren natürlich um einiges besser anhört, am Aeroporto di Roma-Fiumicino "Leonardo da Vinci", ja und Leonardo da Vinci nebst Kollegen haben wir natürlich auch gleich an diesem angebrochenen ersten Tag verwertet, bei einem Spaziergang durch die Vatikanischen Museen mit anschließender Besichtigung des Petersdoms (komischer Genitiv). Bilder von der Sixtinischen Kapelle gibt es leider nicht, da jeder, der auch nur im Ansatz seine Kamera aus der Tasche friemelte, vermutlich des Landes verwiesen wurde. Man hat sie auf jeden Fall nicht mehr gesehen.










Für die restlichen Tage nahmen wir uns drei Spaziergänge vor, die im Marco O'Polo Rom-Reiseführer zu finden waren.
Am Freitag promenierten wird entlang der barocken Sehenswürdigkeiten bis zur Villa Borghese und ließen uns vom künstlerischen Wettstreit zwischen Bernini und Borromini beeindrucken. Wusstet ihr das 'barock' soviel wie merkwürdig oder absonderlich heißt und von Künstlern des nachfolgenden Klassizismus als Geschmacksverirrung aufgefasst wurde? Ich hingegen muss sagen, dass mir der verspielte Barock doch sehr viel lieber ist, als der steife Klassizismus. Das sahen zum Glück auch die Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts so. Sie kehrten zwar nicht zum Barock zurück, gingen aber doch auf kreativ unterschiedliche Weise gegen die französische Akademie vor.


Im Hintergrund die Engelsburg, zunächst Mausoleum Kaiser Hadrians, dann Fluchtburg der Päpste - ein berühmtes Beispiel ist Papst Clemens VII (Medici-Papst), der während des berühmten Sacco di Roma dorthin floh. Im Vordergrund die Ponte Sant'Angelo mit den zehn Barockengeln Berninis.


Auszeit auf der Piazza Navona.


Die Fontana dei Quattro Fiumi (Bernini) und die Kirche Sant'Agnese (Borromini). 







Am Samstag ging es zu Fuß weiter. Diesmal kombinierten wir zwei Spaziergänge, da uns am Sonntag nur noch der halbe Tag blieb und den hatten wir bereits für die großartige Andy Warhol Ausstellung im Museum Fondazione Roma im Palazzo Cipolla reserviert.


Unsere Route führte uns durch Trastevere, über den Campo de'Fiori, vorbei am Theater des Pompeius, wo Gaius Iulius Caesar starb (Hier erkennt man allerdings nur noch die breiten Rundgänge/Diazoma in der Art und Weise, wie die aktuellen Wohnhäuser in ihre Form gebaut wurden. Das Theater an sich ist nicht mehr erhalten.), hinein ins alte Rom und somit zum Forum Romanum. Ihr könnt euch vorstellen, wie hoch mein Archäologieherz schlug!   














Das Forum Romanum.








Den letzten halben Tag gingen wir, wie bereits gesagt, gemütlich an. Ein letztes Mal schlenderten wir über die belebte Via del Corso, ließen uns von Andy Warhol verzaubern und nahmen ein letztes Pastamahl zu uns, bevor es dann schon wieder zurück nach Germania ging. Ein rundum gelungener und wunderbarer Wochenendtrip, der uns immer noch träumen lässt, bevor es dann ganz bald schon wieder in meine gefühlte zweite Heimat geht - Türkei! Çok seviniyorum!